Majoran


Der Majoran, auch bekannt als Wurstkraut oder Mairan, ist vor allem als Küchenkraut bekannt, doch gehört er auch zu den Heilkräutern. So findet diese Pflanze mit dem starken Geruch und Geschmack in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung.

Majoran

Herkunft & Historie

Ursprünglich kommt der Majoran aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika. Schon bei den Römern wurde er viel zum Würzen der Speisen benutzt. In der Antike hingegen wurde er als Aphrodisiakum in Form von Majoranwein verwendet. Der Majoran war der Aphrodite, der Göttin der Liebe, geweiht und wurde daher auch frisch verheirateten Paaren geschenkt. Im arabischen Raum wurde er gegen Trunkenheit eingesetzt. Aus Schriften des Mittelalters wird ersichtlich, dass diese Pflanze hier auch gegen Sprachstörungen in Form von gemahlenem Pulver durch die Inhalation durch die Nase angewendet wurde. Seit dem 16. Jahrhundert wurde er auch von Mönchen in den Klostergärten in Mitteleuropa angepflanzt. Von hier aus verbreitete er sich dann auch in die Hausgärten. In freier Natur kommt er hier kaum vor.

Angebaut wird er in vielen Ländern, unter anderem auch in Deutschland. Das größte Anbaugebiet Europas befindet sich derzeit in Aschersleben in Sachsen-Anhalt. Damit nimmt er nach der Blattpetersilie die zweitgrößte Anbaufläche unter den kultivierten Gewürzpflanzen in Deutschland ein. Zwischen den Ländern unterscheiden sich allerdings die angebauten Sorten des Majoran, sodass sie an das jeweilige Anbaugebiet angepasst sind. In Deutschland kommen die Sorten Erntedank, Deutscher Majoran und Blattmajoran am häufigsten vor.

Art

Der Majoran ist verwandt mit dem Oregano, Thymian, Rosmarin und Bohnenkraut und gehört zur Familie der Lippenblütler. Er ist wenig anspruchsvoll und wird daher gerne auch im Garten oder sogar auf dem Balkon angepflanzt. Optimalerweise wird er im März in Vorkultur ausgesät. Da er zu den Lichtkeimern gehört, sollte die Saat nicht mit Erde bedeckt werden. Im Mai bis Juni kann er schließlich nach draußen umgepflanzt werden. Er bevorzugt einen warmen, sonnigen Standort und lockeren, sandigen Boden. Die Blätter sind bei einer Wuchshöhe der Pflanze von 50 - 90 cm elliptisch, dunkelgrün, ganzrandig und leicht behaart. Die Stängel sind meist stark verzweigt, bräunlich und vierkantig. Die kultivierten Sorten des Majoran sind meist winterhart. Die Blütezeit der meist einjährigen Pflanze ist zwischen Juni und September. Dann trägt er weiße bis rosafarbene, in Ähren angeordnete, duftende Blüten. Nach der Blütezeit entwickelnsich daraus kleine Klausenfrüchte, welche die kleinen, braunen, kugelförmigen Samen enthalten. Geerntet sollte er jedoch vor der Blüte werden, um Aromaeinbußen zu vermeiden, da hier der Gehalt an ätherischen Ölen noch am größten ist. Er wird in Büscheln geerntet und kann dann zum trocknen aufgehängt werden. Dabei verliert er im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern kaum an Aroma. Nach dem Trocknen lassen sich die Blätter leicht von den Stängeln entfernen. Alternativ kann aus den frischen Pflanzen auch ein Öl gewonnen werden.

Verwendung

Mit seinem kräftigen Geschmack findet er zumeist Anwendung bei deftigen Speisen und Eintöpfen oder bei der Wurstherstellung. Auch in Kräutermischungen wie "Kräuter der Provence" wird Majoran teilweise beigefügt. Aufgrund der im Majoran enthaltenen starken ätherischen Ölen sollte er als Gewürz jedoch sparsam eingesetzt werden.

Wirkung auf die Gesundheit

Als Heilkraut wird der Majoran oft gegen Magen- und Darmbeschwerden und bei nervöser Unruhe, Juckreiz, Kopfschmerzen und Erkältung eingesetzt. Er wirkt antibakteriell, beruhigend und krampflösend. Dies wird durch unter anderem folgende enthaltenen Inhaltsstoffe möglich: Ätherische Öle, Gerbstoff, Menthol, Rosmarin-Säure, Terpentin, Thymol, Vitamin C und Zink. Aufgenommen werden können diese zum einen über das Essen, aber man kann ihn auch als Tee aufbrühen oder als Tinktur anwenden. Allerdings sollte Majoran nie länger als zwei Wochen angewendet werden, da er sonst Kopfschmerzen auslösen kann. Auch in der Schwangerschaft ist er mit Vorsicht zu genießen, da er die Gebärmutter stimulieren kann.