Bärlauch


In heimischen Laubwäldern hat Bärlauch an schattigen Standorten von März bis Mai Saison. Durch einen unverkennbaren Knoblauchgeruch unterscheiden Sie die Blätter der beliebten Würzpflanze von ihrem giftigen Doppelgänger: dem Maiglöckchen. Reich an natürlicher Schärfe und feiner Frische bereichert Bärlauch auf vielfältige Weise die gesunde Frühlingsküche. Seine wertvollen Inhaltsstoffe sind in der Naturheilkunde zur Linderung von Verdauungsbeschwerden und zur Vorbeugung von Arteriosklerose geschätzt. Ein detaillierter Blick auf das außergewöhnliche Naturprodukt lohnt sich!

Bärlauch Blätter

Herkunft & Historie

Seinem Ursprung nach stammt das Zwiebelgewächs aus Europa. Das heutige Verbreitungsgebiet reicht bis nach Nordasien. Als Kulturpflanze wird der Bärlauch in Osteuropa angebaut. In Brandenburg, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein gilt der sogenannte Waldknoblauch inzwischen als extrem selten bzw. als potenziell gefährdet. Im Alpenvorland deuten Funde aus der Jungsteinzeit bereits auf die Verwendung des Wildgemüses hin. Die Römer mochten die krautige Pflanze mit weißem Blütenstand sogar lieber als Knoblauch. Denn ihnen war die reinigende Wirkung von Bärlauch auf Blut und Verdauungssystem bekannt. Auch Germanen und Kelten wussten um die Heilkraft. Vielerorts wurde das Kraut als Stärkungsmittel und zum Schutz vor bösen Geistern verabreicht.

Art

Der botanische Name lautet Allinum ursinum. Gerne wächst die Verwandte von Zwiebel und Knoblauch entlang von Auen und Bächen. Zur Familie der Lauchgewächse gehörend, war Bärlauch vermutlich aufgrund seines intensiven Geruchs lange Zeit nicht angesagt. Erst mit Kenntnis zu Bestandteilen und Wirksamkeit erlebt die feuchtigkeitsliebende Pflanze eine Renaissance in Garten und Aromaküche. Pro Pflanze sollten Sie nur ein Blatt vor der Blütezeit ernten. So kann der Bärlauch genug Energie für den Neuaustrieb im nächsten Jahr sammeln. Der typische Geruch nimmt je nach Alter der dunkelgrünen Blätter an Intensität zu. Auf trockenen Böden entwickelt der Frühlingsbote mehr Schärfe im Geschmack. Von Maiglöckchen und Herbstzeitlose können Sie Bärlauchblätter nur durch ihren Knoblauchduft abgrenzen.

Verwendung

Der frisch geerntete Bärlauch ist nur kurz haltbar. Grund dafür ist sein hoher Wassergehalt. Sollten Sie das Frühlingskraut nicht gleich verarbeiten, können Sie es in einem feuchten Tuch für einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Als Pesto lässt sich die Haltbarkeit deutlich verlängern.Bärlauchknospen sind wie Kapern einlegbar. Ihr Aroma veredelt Salate. Als Kräuterfan finden Sie unter suppenhandel.de ein Premiumöl mit Bärlauch-Extrakt. Zusammen mit einer kräftigen Oliven-Note ist das kaltgepresste Naturprodukt als geschmackliche Ergänzung von Nudeln und Pilzen empfehlenswert.

Durch Erhitzen verliert Waldknoblauch an Würzkraft und Schärfe. Im Vergleich zu anderen Lauchgewächsen wie Zwiebeln, Knoblauch oder Schnittlauch sind die Ausdünstungen von Bärlauch nach dem Verzehr geringer. Feingehackt gelten die Blätter als Aromat von Kräuterquark und Butterbrot. Sie verleihen Suppen und Soßen etwas Frisches. Zu Fisch und Lamm, Geflügel und Gegrilltem passt hervorragend ein Dip. Spargelrisotto und Bärlauchpesto vereinen sich zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Das hocharomatische Würzmittel harmonisiert mit Petersilie, Schnittlauch, Zwiebel, Oregano und Basilikum.

Wirkung auf die Gesundheit

Nicht umsonst zählt der Bärlauch in Europa zu den ältesten Heilpflanzen. Für unsere Vorfahren besaß der wilde Knoblauch Bärenkräfte. Wie die heutige Wissenschaft zeigt, ist das kalorienarme Blattgemüse eine bemerkenswerte Vitalstoffquelle. Das Powerpaket aus der Natur beinhaltet Nährstoffe, die für die Aufrechterhaltung unserer Gesundheit unerlässlich sind. Bärlauch übertrifft den Gehalt an Vitamin C von Orangen um das Dreifache. Das Supervitamin unterstützt das Immunsystem. Es schützt vor Krankheiten wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Demenz und Krebs. Als Antioxidans fängt es Freie Radikale ab und beugt einer vorzeitigen Alterung des Organismus vor. Vitamin C ist bei der Regulierung des Körpergewichts behilflich. Neben Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zeichnet sich Bärlauch durch sekundäre Pflanzenstoffe wie Chlorophyll und Schwefel aus. Als natürliches Antibiotikum wirkt die Heilpflanze entzündungshemmend. Verantwortlich dafür ist Allicin, das zugleich den intensiven Knoblauchgeruch auslöst.

Aus gesundheitlicher Sicht lohnt es sich, die frühlingshafte Küche mit Bärlauch zu bereichern. Probieren Sie es aus!