Dill


Dill war schon in der Antike ein bekanntes Heil- und Gewürzkraut. Die alte Gewürzpflanze, die aus Asien nach Europa kam, wurde hierzulande ab dem Mittelalter als wichtige Pflanze in Klostergärten kultiviert. Die bekannte Gelehrte und Benediktinerin Hildegard von Bingen hat das Dillkraut und seine gesundheitsfördernde Wirkung bereits im 12. Jahrhundert in ihren heilkundlichen Schriften beschrieben.

Dill

Herkunft und Historie des Dillkrauts

Der lateinische Name des Echten Dills lautet Anethum graveolenz. Das Dillkraut wird auch als Gurkenkraut, Gurkenkümmel, Dillich, Kümmerlingskraut, Kappernkraut oder Blähkraut bezeichnet. Vermutlich stammt das Dillkraut ursprünglich aus Südostasien und verbreitete sich über Südeuropa schließlich auch bei uns. Das Dillkraut wird wegen seines markanten Geschmacks den sogenannten gemeinen Gewürzen zugeordnet. Die Bezeichnung des Dillkrauts leitet sich vom altenglischen Wort "dylle" ab. Das Wort kann mit den Adjektiven "mildernd" oder auch "beruhigend" übersetzt werden. Dill ist ein klassisches Gewürzkraut für Gurkensalate und andere Salate sowie für Fischgerichte. Dill ist übrigens nicht mit Borretsch zu verwechseln, der im Volksmund ebenfalls als Gurkenkraut bezeichnet wird.

Merkmale des Dills

Dill gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er ist damit ein Verwandter von Kräutern wie Kerbel oder auch der Petersilie. Die Gattung Anethum wird in die Unterarten Gartendill, Ackerdill und indischer Dill unterteilt. Der Echte Dill ist eine einjährige Pflanze und ein Tiefwurzler, der auch in trockenen Sommern gut gedeiht. Unter optimalen Bedingungen erreicht die Dillpflanze eine Wuchshöhe von bis zu 1,30 Metern. Die durchschnittliche Wuchshöhe liegt bei 30 bis 80 Zentimetern. Die Stängel des Dills sind hohl und fein gerillt. Das angenehm und markant duftende Kraut des Dills hat drei- bis vierfach gefiederte, feine Blätter. Die Blätter sind sehr weich und ähneln kleinen Nadeln. Sie können bis zu vier Zentimeter lang werden. In den Ölgängen der Blätter werden die ätherischen Öle des Dills gespeichert. Die Aussaat des Dills erfolgt im April und Mai und auf der Fensterbank auch schon früher. Im Juli und August bildet die Pflanze hübsche, gelbliche Blüten mit großen Dolden und sogenannten Spaltfrüchten. Die Doldenstände können einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern erreichen. Eine Dolde kann an die 25 Blüten mit den gelb gefärbten Kronblättern ansetzen.

Die Verwendung des Dills in der Küche

Dill hat einen ganz eigenen und unverwechselbaren Geschmack. Sommerlichen Gerichten und Salaten verleiht der Dill eine ganz besondere Note und fördert zudem die Verdauung. Den Namen Gurkenkraut hat der Dill nicht umsonst. Die Dillernte fällt mit der Gurkenernte zusammen. Seit alters her verleiht das Dillkraut eingeweckten Gurken ihr besonderes Aroma. Nahezu unverzichtbar ist der Dill auch für frischen, traditionell zubereiteten Gurkensalat. Dill passt aber auch zu vielen anderen frischen Salaten aus Tomaten, Bohnen, Schnittsalaten, Paprika oder Kartoffeln. In der Fischküche ist der Dill ebenfalls ein hervorragendes Gewürz. Der milde und besondere Geschmack des Dills passt hervorragend zu Fischen wie Aal, Zander, Forelle oder Lachs. Einer Dillbeize oder Dillsaucen für Fisch können ohne weiteres auch weitere frische Kräuter sowie frische Zitrone, Pfeffer und Salz beigegeben werden. Frische Dillspitzen passen zu vielen Suppen und Soßen. Außerdem sind die feinen grünen Spitzen eine dekorative Garnitur zu Räucherfisch und vielen weiteren Speisen. In der indischen Küche kommen vor allem die Dillsamen zum Einsatz. Als Kräuterfan finden Sie unter suppenhandel.de eine Auswahl an Gewürzmischungen mit Dill und Dill gefriergetrocknet.

Wirkung auf die Gesundheit

Bereits im alten Ägypten soll das Dillkraut als Schmerzmittel verwendet worden sein. In der griechisch-römischen Antike rieben sich Sportler und Gladiatoren mit Dillöl ein, denn man schrieb diesem Mittel eine wundheilende und schmerzlindernde Wirkung zu. In den mittelalterlichen Schriften zur Kräuterheilkunde wurden die zahlreichen Wirkungen des Dills gelobt. Die äußerliche Anwendung des Dillöls sollte die Wundheilung befördern, abschwellend wirken und Schmerzen lindern. Ratgeber für naturgemäße Heil- und Lebensweise empfahlen noch Mitte des 20. Jahrhunderts, Dillsamen halb in Wasser und halb in Wein zu kochen. Ein bis zwei Tassen des Suds täglich sollten Leibschmerzen, Durchfälle und Blähungen heilen, harntreibend sein und bei schwangeren Frauen die Milchbildung fördern. Mit kochendem Wasser übergossenes Dillkraut wurde als treffliches drüsenanregendes Mittel und vorzügliches Schlafmittel empfohlen. In Dampfsitzbädern angewendet, kurierte dieser Absud zudem Unterleibsschmerzen. Die antibakterielle Wirkung des Dills ist erwiesen. Noch heute empfehlen Kräuterkundige den Dill bei Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Hämorrhoiden, Blähungen, Geschwüren, Schlaflosigkeit, Krämpfen und Menstruationsbeschwerden. Mit einem milden Sud von Dillkraut können auch Blähungen bei Säuglingen gelindert werden.