Fenchel


Fenchel ist eine inzwischen auf der ganzen Welt verbreitete Gemüse- und Gewürzpflanze. Zu recht wurde der Fenchel im Jahr 2009 zur Arzneipflanze der Jahres erklärt, denn ihm werden viele heilsame Wirkungen und Kräfte zugeschrieben. Schon der berühmte griechische Arzt Hippokrates, der als Vater der Medizin gilt, empfahl den Fenchel im 5. Jahrhundert vor Christus bei verschiedenen Leiden.

Fenchel-Samen

Herkunft und Historie des Fenchels

Schon die alten Hethiter sollen Fenchel zu rituellen Zwecken verwendet haben. In der Antike galt die Fenchelpflanze als vielseitiges Heilmittel. Im frühen Mittelalter empfahl die Gelehrte und Äbtissin Hildegard von Bingen den Fenchel zur Schleimlösung. Der Arzt und Botaniker Hieronymus Bock schrieb dem Fenchel im 15. Jahrhundert zahlreiche Wirkungen zu. Auch in Asien wurde der Fenchel wegen seiner heilsamen Wirkung von jeher geschätzt. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Fenchels reichte von Nordafrika über Asien und Südeuropa bis nach Ozeanien und Südamerika. In Deutschland bezeichnete man eine fenchelverwandte Pflanze, den Bärwurz, seit Jahrhunderten als Köppernickel. In manchen Gebieten Deutschlands nennt man die beliebte Gemüsepflanze auch Brodsamen, Fenköl oder Frauenfenchel. Inzwischen wächst die nützliche Pflanze in weiten Teilen der Welt und wird für ganz verschiedene Zwecke verwendet.

Merkmale des Fenchels (Foeniculum vulgare)

Foeniculum vulgare ist die einzige Art der Gattung Foeniculum. Die Gewürz- und Gemüsepflanze gehört, wie viele andere Gewürzpflanzen, zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die krautige Pflanze ist zweijährig. Die Wuchshöhe des Fenchels liegt zwischen 40 Zentimetern und zwei Metern. Charakteristisch ist ihr würziger Duft, der an Anis erinnert. Die Stängel des Fenchels sind bläulich und kahl. Das Besondere an der ergiebigen Pflanze sind die knollenähnlichen Zwiebeln, die als Gemüse verzehrt werden. Die zwei- bis dreifach gefiederten, haarartigen Blätter mit ihrem betörenden Duft sind ebenfalls essbar. Die Gemüse- und Gewürzpflanze hat doppeldoldige Blütenstände mit Durchmessern zwischen fünf und neun Zentimetern. Die Blütenstängel sind zwischen zwei und 25 Zentimetern lang. An einer der gelb blühenden Dolden wachsen zwischen 14 und 40 kleine Blüten, die wiederum winzig kleine Früchte beziehungsweise Samen bilden. Beim Fenchel werden drei Unterarten unterschieden. Der Gewürzfenchel kommt überwiegend als Gewürz zum Einsatz. Der Bitterfenchel beziehungsweise Wilde Fenchel wird wegen seiner etwas brennenden Geschmacksnote hier selten als Gemüse, jedoch als Gewürz verwendet. Der Knollen-, Zwiebel- oder auch Gemüsefenchel hingegen kommt als Gemüse auf den Tisch.

Die Verwendung des Fenchels in der Küche

Fenchel ist ein fester Bestandteil, der indischen, asiatischen und mediterranen Küche. Die würzigen Knollen mit ihrem leicht süßlichen Aroma erfreuen sich aber auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Neben der Knolle können auch die feinen Blätter des Fenchels als Gewürz verwendet werden. Das anisähnliche Aroma des Fenchels geht auf das enthaltene ätherische Öl zurück. Neben der weißen Knolle und den Blättern des Gemüsefenchels werden auch die Früchte als Gewürz verwendet. Sie werden als Fenchelsamen bezeichnet. Die Fenchelknolle kann gegart, aber auch roh als Salat verzehrt werden. Fenchelsamen werden Brotteig beigemischt, aber auch zum Würzen von Fleisch, Wurst, Suppen, Gebäck oder Currys verwendet. Eine klassische Kombination ist Fenchelgemüse mit Fisch. Fenchelgemüse passt aber auch gut zu Huhn sowie anderem Fleisch und Gemüse. In der italienischen Küche wird bevorzugt der Bitterfenchel für Risottos, Eintöpfe, Pastasaucen, Suppen und Fischgerichte verwendet. Die Gewürzpflanze wird neben Anis auch Spirituosen wie Pastis oder Absinth zugesetzt. Als Fenchelfan finden Sie beim Suppenhandel ganze Fenchelsamen von WIBERG.

Wirkung auf die Gesundheit

Fenchel enthält ätherisches Öl, Kalium, Calcium, Magnesium, Folsäure und Vitamin C sowie weitere Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese Inhaltsstoffe mögen die heilsame Wirkung der Pflanze und Knolle bei verschiedenen Beschwerden erklären. Schon in der Antike wussten Ärzte, dass ein Sud aus Fenchel bei Nieren- und Blasenbeschwerden helfen kann. Fenchel mit Wein vermischt galt als Mittel gegen Schlangenbisse. Die Kräutergelehrten des Mittelalters empfahlen Fenchel als Schleimlöser, aber auch bei Augenleiden und Vergiftungen. Bis heute wird Fenchel bei Bauchweh und Koliken eingesetzt. Auch bei Husten und Erkrankungen der Bronchien kann die Pflanze Wunder wirken. Fenchelpräparate und Fencheltee sind auch zur Behandlung kleiner Kinder bei Blähungen, Krämpfen und Katarrh gut geeignet. Fenchelsud wird auch zum Inhalieren empfohlen. Die Dämpfe sollen lösend sowie augen- und nervenstärkend wirken. Ältere Ratgeber über Heilpflanzen empfehlen bei geschwollenen und entzündeten Brüsten Umschläge mit in Fenchelwasser getränkten Tüchern. In Milch gekochter Fenchelsamen soll eine große Wärme erzeugen und ein gutes Mittel bei Influenza und Erkältung sein. In China wird Fenchelsamen bei Verdauungsstörungen und Nierenleiden eingesetzt.


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