Rosmarin ist hierzulande eines der beliebtesten und bekanntesten Gewürzkräuter und wird schon seit vielen Jahrhunderten sehr geschätzt. Das mit spitz zulaufenden Nadeln besetzte Kraut ist eigentlich eine Halbstaude und ist in der Küche als Würzkraut mittlerweile unerlässlich. Wegen seiner Inhaltsstoffe und gesundheitsfördernden Wirkung findet die Pflanze aber auch in der Heilkunde Verwendung.

Herkunft und Historie

Kaum ein anderes Kraut war in der Antike von so großer Wichtigkeit wie der Rosmarin. Er wurde beispielsweise zur Verehrung der Götter zum Kranz verarbeitet. Hausgottheiten wurden damit geschmückt und verehrt. Auch als Liebesbeweis oder zur letzten Ehre eines verstorbenen Menschen wurde er dargeboten. Auch in Ägypten spielte das Kraut eine große Rolle, wurde es auch verstorbenen Pharaonen mit ins Königsgrab gegeben. Das Kraut sollte den unsterblichen Seelen durch seinen wohltuenden Duft die Reise ins Jenseits erleichtern. Den Weg nach Mitteleuropa fand die Pflanze höchstwahrscheinlich durch Wandermönche, die schon damals für ihr profundes Wissen um Heilkräuter bekannt waren. Um Luft von krankheitserregendem Miasma zu reinigen wurde Rosmarin verbrannt, man ging von einer desinfizierenden und heilenden Wirkung aus. Zur Zeiten der schwarzen Pest war es Brauch, in Säckchen gefülltes Rosmarin um den Hals zu tragen, um eine Ansteckung zu verhindern. Einige Zeit später, im 16. Jahrhundert, verwendete man die Pflanze wegen ihres Duftes zur Herstellung von Kosmetika.

Arten

Das Kraut, im Fachjargon Rosmarinus officinalis genannt, gehört zur Art der typischen Lippenblütler und steht damit in Verwandschaft zu weiteren populären Kräutern wie beispielsweise Thymian, Salbei oder Lavendel. Wie viele Arten zur Gattung Rosmarinus zählen ist wissenschaftlich umstritten. Neben des Rosmarinus officinalis ist uns noch der Rosmarinus angustifolia bekannt. Daneben lässt sich der Rosmarinus officinalis in verschiedene Chemotypen unterteilen. Die verschiedenen Typen unterscheiden sich etwa in Anbaugebiet und Inhaltsstoffen. Es gibt Verbenon aus Korsika, Campher aus Marokko und Cineol aus Spanien. Zur erweiterten Spezifizierung gibt es noch einige Varietäten wie beispielsweise den kriechenden Rosmarin (Rosmarinus officinalis prostatus). Manche dieser Variationen finden hauptsächlich als Zierpflanze Verwendung.

Verwendung

In der Küche ist die Pflanze ein sehr beliebtes Würzkraut. Mit ihm lassen sich sowohl Fischgerichte, Fleischgerichte als auch Suppen, Salate, Pilz- oder Kartoffelgerichte aufpeppen. Wegen seines charakteristisch starken Geschmacks eignen sich die Nadelblätter vorwiegend für deftige Kost. Der Geschmack der Nadeln ist leicht bitter und erinnert an Eukalyptus und Kampfer. Auch im getrockneten Zustand behält der Rosmarin seinen hocharomatischen Geschmack. Eines der Vorzeigegerichte für Rosmarin sind die sogenannten Rosmarinkartoffeln. Hierzu werden festkochende Kartoffeln mit Salz und Rosmarin gewürzt und mit Olivenöl beträufelt. Hervorragend dazu eignet sich ein feines Lammfilet, das zuvor in einer leckeren Rosmarinmarinade ziehen durfte. Auch andere Gerichte wie einfache Bratkartoffeln oder Omelette erhalten durch das Würzkraut das gewisse Etwas.

Tipp: Auch in der süßen Küche kann das Kraut punkten. Marmeladen aus weißen Trauben, Mirabellen oder Zwetschgen lassen sich ausgezeichnet mit etwas Rosmarinpulver mischen. Die so erstellte Mixtur eignet sich besonders gut zu Wildfleisch oder als leckerer Brotaufstrich

Wirkung auf die Gesundheit

Die Pflanze wurde aus gutem Grunde im Jahre 2011 zum Heilkraut des Jahres nominiert. Grund hierfür ist das große Wirkspektrum der Pflanze. Schon vor Jahrhunderten entdeckte man die wohltuende Wirkung des Rosmarins. Unter anderem lindert er Verdauungsbeschwerden und wirkt entzündungshemmend. Auch eine beruhigende, krampflösende und entspannende Wirkung wird ihm zugeschrieben. In der Chinesischen Medizin wird der Rosmarin gegen Beschwerden wie rheumatische Beschwerden, Muskelbeschwerden, Durchblutungsstörungen, Zahnfleischentzündungen, Migräne, Erschöpfungszustände, Nervosität und viele mehr eingesetzt.

Ein beliebtes und leicht herzustellendes Hausmittel ist Rosmarinwein. Für einen Liter werden etwa 20 bis 30 Gramm Rosmarin benötigt. Die Nadeln werden kleingeschnitten oder in ganzen Stücken mit dem Wein vermischt und einige Tage ziehen gelassen. Mit einem Filter werden die Kräuterreste aus dem Sud gezogen und abgeseiht. Dem Wein wird - in sehr geringen Mengen genossen - eine stärkende Wirkung für Herz und Kreislauf zugeschrieben.